Wenn Architektur und automobile Leidenschaft zusammenfinden

Carsten Teves

Valore Classico zu Besuch bei einer privaten Sammlung am Bodensee

Manche Automobilsammlungen entstehen nach einem klaren Konzept. Eine Marke, eine Epoche oder eine bestimmte technische Entwicklung gibt die Richtung vor. Fahrzeuge werden gesucht, erworben und schließlich zu einem möglichst geschlossenen Bestand zusammengeführt.

Und dann gibt es Sammlungen, die anders wachsen.

Sie entstehen über Jahre hinweg aus persönlichen Erfahrungen, aus Gelegenheiten, aus Restaurierungsprojekten und aus Fahrzeugen, zu denen sich eine besondere Verbindung entwickelt. Nicht Vollständigkeit steht im Vordergrund, sondern Persönlichkeit.

Bei einem Besuch von Valore Classico Consulting bei Stefan in der Bodenseeregion begegnet uns genau eine solche Sammlung.

Schon beim Betreten der Garage fällt auf, dass hier Automobile nicht lediglich untergebracht werden. Der Raum selbst ist Teil der Geschichte. Sichtbeton, Klinker, eine weit gespannte Glasfassade und die klare Linienführung schaffen eine Atmosphäre, die gleichermaßen technisch und wohnlich wirkt. Zwischen klassischen Porsche, einem Jaguar E-Type, einem Käfer Cabriolet und modernen Hochleistungsfahrzeugen entsteht kein musealer Eindruck.

Die Fahrzeuge stehen nicht auf Distanz.

Sie gehören zum Alltag.

Und gerade darin liegt die besondere Qualität dieses Ortes.

Die Geschichte beginnt nicht mit einem Kauf

Die Verbindung von Stefan zu Porsche reicht wesentlich weiter zurück als seine heutige Sammlung.

In seinem, wie er selbst sagt, „ersten Leben“ absolvierte er eine Ausbildung bei Porsche. Die Berufsbezeichnung lautete damals noch Kfz-Schlosser. Bereits dort entstand jene Nähe zur Marke, die viele Jahre später in seiner heutigen Garage wieder sichtbar werden sollte. 

Das ist für das Verständnis der Sammlung entscheidend.

Denn die Faszination begann nicht über Auktionen, Marktpreise oder den heutigen Stellenwert klassischer Porsche. Am Anfang standen Technik, Konstruktion und Handwerk.

Diese Herkunft prägt Stefans Umgang mit seinen Fahrzeugen bis heute.

Er besitzt sie nicht nur, sondern beschäftigt sich intensiv mit ihnen. Er arbeitet selbst an ihnen, kennt ihre technischen Eigenheiten und hat umfangreiche Restaurierungsarbeiten eigenständig begleitet beziehungsweise ausgeführt. Sowohl den Jaguar E-Type als auch seinen Porsche 356 A hat er nach eigener Aussage selbst restauriert. 

Gerade dadurch unterscheidet sich diese Sammlung von einer reinen Ansammlung hochwertiger Automobile.

Sie ist aus Beschäftigung entstanden.

Eigentlich sollte alles mit einem Speedster beginnen

Interessanterweise hätte die Geschichte der Sammlung sehr viel früher mit einem Porsche 356 Speedster beginnen können.

Ein entsprechendes Fahrzeug wurde Stefan angeboten. Der Kauf kam jedoch nicht zustande.

Stattdessen führte der Weg zunächst zu einem Jaguar E-Type Roadster.

Im Rückblick wirkt diese Entwicklung beinahe folgerichtig. Denn mit dem Jaguar begann eine Phase, in der das historische Automobil nicht nur gefahren, sondern in seiner Substanz verstanden werden sollte.

Der E-Type wurde zum Restaurierungsprojekt.

Damit begann eine Erfahrung, die für nahezu jede spätere Beschäftigung mit klassischen Fahrzeugen von Bedeutung ist: Der sichtbare Zustand eines Automobils erzählt oft nur einen Teil seiner Geschichte.

Unter Lack, Spachtel oder älteren Reparaturen können sich Eingriffe und Korrosionsschäden verbergen, die erst nach einer Demontage vollständig erkennbar werden.

Diese Erfahrung sollte beim nächsten großen Projekt noch einmal an Bedeutung gewinnen.

Der Porsche 356 A, ein Auto, das erarbeitet wurde

Etwa zehn Jahre später kam der Porsche 356 A.

Zunächst vermittelte das Fahrzeug den Eindruck einer weitgehend nachvollziehbaren und soliden Substanz. Bei näherer Untersuchung zeigte sich jedoch, dass die Korrosion erheblich weiter fortgeschritten war, als erwartet und bereits durchgeführte Instandsetzungsarbeiten nicht fachgerecht durchgeführt worden waren. So wurde zum Beispiel bei der Entlackung an der Seitenwand eine typisch „amerikanische“ Reparatur festgestellt. Mit über 50 Bohrungen zum Anziehen, wurde hier ein Karosserieschaden ausgebeult.

Aus dem Kauf wurde ein mehrjähriges Restaurierungsprojekt.

Gemeinsam mit einem Bekannten, der über große Erfahrung in der Blechbearbeitung verfügte, sowie weiteren Freunden investierte Stefan nach eigener Aussage rund 1.000 Arbeitsstunden in das Fahrzeug. Die Restaurierung erstreckte sich über etwa drei Jahre. 

Diese Zahl beschreibt mehr als nur Aufwand.

Wer ein historisches Fahrzeug selbst restauriert, erlebt zwangsläufig jene Phasen, in denen ein Projekt seine anfängliche Leichtigkeit verliert. Reparaturen werden umfangreicher als erwartet, Ersatzteile müssen gesucht werden, Arbeiten werden wiederholt und Entscheidungen getroffen, für die es keine fertige Anleitung gibt.

Gerade dadurch entsteht eine besondere Beziehung zum Fahrzeug.

Der heute in der Garage stehende silberne Porsche 356 A ist deshalb weit mehr als ein Sammlungsobjekt.

Er ist ein Stück eigener Arbeit.

Und vielleicht sogar eines der Fahrzeuge, welches die Haltung seines Besitzers besonders deutlich widerspiegelt.

Nicht Perfektion um jeden Preis.

Sondern Verständnis für die Substanz.

Eine Sammlung wächst langsam

Nach Jaguar und Porsche 356 folgte zunächst eine ruhigere Phase.

Der verfügbare Raum war begrenzt, ebenso die Zeit. Neben den Garagen am Wohnhaus wurden zeitweise zusätzliche Stellplätze in einer Tiefgarage angemietet.

Damit war eine pragmatische Lösung gefunden, aber keine ideale.

Denn die Fahrzeuge waren zwar untergebracht, aber nicht wirklich präsent.

Später sollte genau dieser Punkt eine entscheidende Rolle beim Bau der heutigen Garage spielen.

Mit dem Porsche 718 Cayman GT4 RS begann schließlich eine neue Phase der Sammlung.

Das Fahrzeug wurde auch vor dem Hintergrund der seinerzeit erwarteten begrenzten Verfügbarkeit erworben. Die weitere Marktentwicklung verlief später anders als zunächst angenommen.

Im Gespräch nimmt Stefan diesen Umstand mit bemerkenswerter Gelassenheit.

Denn letztlich zählt für ihn etwas anderes:

Das Auto macht Spaß.

Und es wird gefahren.

Pässefahrten gehören ebenso dazu wie Einsätze auf der Rundstrecke.

Gerade deshalb fügt sich der GT4 RS erstaunlich gut zwischen die historischen Fahrzeuge ein.

Er verkörpert die moderne Seite derselben Leidenschaft.

Der Porsche 911 R, ein anderer Charakter

Auf den GT4 RS folgte ein Porsche 911 R.

Auch dieses Fahrzeug fand nicht über eine lange, systematische Suche in die Sammlung, sondern über persönliche Kontakte.

Ein gemeinsamer Freund stellte den Kontakt zu einem Fahrzeug in den Niederlanden her. Aus einer Besichtigung entwickelte sich schließlich der Kauf.

Im Gespräch beschreibt Stefan einen bemerkenswerten Unterschied zwischen dem 911 R und dem GT4 RS.

Obwohl beide Fahrzeuge eng mit der modernen Porsche-GT-Welt verbunden sind, erlebt er sie vollkommen unterschiedlich. Der GT4 RS wirkt auf ihn maximal direkt und aggressiv, während sich der 911 R wesentlich harmonischer und entspannter bewegen lässt. 

Seine persönliche Beschreibung verdeutlicht zugleich, wie unterschiedlich zwei moderne Porsche-GT-Konzepte trotz vergleichbarer technischer Herkunft wahrgenommen werden können.

Der 911 R verbindet Hochleistungs-GT-Technik mit einer bewusst reduzierten äußeren Erscheinung und einer stärker fahrerorientierten Interpretation.

In einer Sammlung, deren Ursprung im technischen Verständnis liegt, erscheint auch dieses Fahrzeug keineswegs zufällig.

Der blutorangefarbene 911 S, eine Begegnung in Italien

Andere Fahrzeuge kommen auf ganz andere Weise.

Der klassische blutorangefarbene Porsche 911 S gehört dazu.

Während einer Reise nach Bologna wurde eine Halle beziehungsweise ein Messestand geöffnet. Dahinter stand das Fahrzeug.

Farbe, Erscheinung und Konfiguration überzeugten unmittelbar.

Es folgte eine Verhandlung mit dem italienischen Verkäufer, ein handschriftlicher Vertrag und schließlich der Transport des Fahrzeugs nach Deutschland. 

Diese Geschichte ist deshalb interessant, weil sie exemplarisch zeigt, wie persönliche Sammlungen tatsächlich entstehen.

Nicht jedes Fahrzeug steht jahrelang auf einer Suchliste.

Manchmal entsteht der Entschluss innerhalb weniger Minuten.

Man sieht ein Automobil und es passt.

Heute setzt der orangefarbene 911 S einen starken optischen Akzent in der Garage.

Aber wichtiger als seine Farbe ist seine Geschichte.

Ein Käfer nach fast drei Jahrzehnten

Eine der ungewöhnlichsten Geschichten der Sammlung gehört einem Fahrzeug, das im direkten Vergleich mit 911 R oder GT4 RS zunächst beinahe unscheinbar wirken könnte.

Dem Volkswagen Käfer Cabriolet.

Über persönliche Kontakte wurde Stefan auf einen Käfer aufmerksam, der seit sehr langer Zeit in einer Garage stand.

Das Fahrzeug war Mitte der 1990er-Jahre überarbeitet beziehungsweise lackiert und anschließend abgestellt worden.

Danach blieb es dort.

Fast drei Jahrzehnte.

Erst rund 27 Jahre später ergab sich die Möglichkeit, das Fahrzeug wieder in Betrieb zu nehmen. 

Was folgte, war keine vollständige Restaurierung im Sinne einer Neuherstellung.

Stattdessen wurde versucht, den vorhandenen Zustand behutsam wieder fahrfähig zu machen.

Leitungen, Kraftstoffsystem, Dichtungen und andere durch die lange Standzeit betroffene Komponenten mussten überprüft und teilweise erneuert werden. Auch Arbeiten an der Innenausstattung waren erforderlich.

Vieles davon führte Stefan selbst aus.

Es zeigt, dass automobile Bedeutung nicht proportional zum Marktwert steigt.

Ein Fahrzeug kann gerade deshalb interessant sein, weil es eine außergewöhnliche Geschichte besitzt.

Der Speedster, ein Kreis schließt sich

Und schließlich steht dort jenes Modell, mit dem die Sammlung gedanklich bereits viele Jahre zuvor hätte beginnen können.

Ein Porsche 356 Speedster.

Jahrzehnte nachdem ein früher angebotener Speedster nicht den Weg zu Stefan gefunden hatte, kam nun doch ein Exemplar in die Sammlung.

Für Valore Classico Consulting war dieses Fahrzeug der unmittelbare Anlass des Besuchs.

Denn gerade bei einem Porsche 356 Speedster stellt sich die Frage nach dem Zustand nur als ein Teil der Bewertung.

Mindestens ebenso wichtig sind Provenienz, Fahrzeugidentität, historische Konfiguration, Restaurierungsgeschichte und erhaltene Originalsubstanz.

Bei unserem Besuch ging es deshalb nicht nur um die sichtbare Qualität des Fahrzeugs.

Es ging um die Frage, was dieses konkrete Fahrzeug im Laufe seines Lebens erfahren hat und welche Ausführung sich historisch nachvollziehen lässt.

Interessant ist dabei die Haltung des Besitzers.

Die reduzierte Erscheinung des Speedsters gefällt Stefan durchaus. Gleichzeitig besteht der Wunsch, das Fahrzeug schrittweise wieder näher an seine historisch belegbare Konfiguration heranzuführen.

Damit entsteht jene klassische Fragestellung, die bei anspruchsvollen Restaurierungen immer wieder auftritt:

Was sollte rekonstruiert werden – und was sollte als Teil der Geschichte erhalten bleiben?

Gerade diese Frage macht den Speedster zu einem besonders spannenden Projekt.

Als die Fahrzeuge einen eigenen Raum bekamen

Mit wachsender Sammlung wurde die räumliche Situation zunehmend unbefriedigend.

Die bestehenden Garagen waren begrenzt, angemietete Tiefgaragenstellplätze zwar praktisch, aber letztlich keine dauerhafte Lösung.

Für Stefan war eine Sache früh klar:

Eine externe Halle kam nicht infrage.

Er wollte nicht zehn oder fünfzehn Minuten fahren müssen, um bei seinen Fahrzeugen zu sein.

Die Automobile sollten auf dem eigenen Grundstück bleiben, möglichst nah am Haus und damit Bestandteil des täglichen Lebens. 

Nach dem Rückzug aus dem aktiven Berufsleben ergab sich schließlich die Möglichkeit, diesen Gedanken konsequent umzusetzen.

So entstand die heutige Garage.

Und spätestens hier beginnt die Sammlung, über die Fahrzeuge hinauszugehen.

Architektur mit automobilen Bezügen

Die Garage ist keineswegs als historisierende Werkstatt gestaltet.

Es gibt keine künstliche Patina, keine dekorative Tankstelle und keine Rekonstruktion einer Werkstattszene aus den 1950er- oder 1960er-Jahren.

Stattdessen dominieren klare Materialien.

Sichtbeton.

Glas.

Klinker.

Metall.

Die Architektur bleibt modern und zurückhaltend.

Trotzdem finden sich zwei deutliche automobile Bezüge.

Die Klinkerwand im hinteren Bereich ist bewusst als Reminiszenz an das historische Porsche Werk 1 in Zuffenhausen gedacht.

Noch spannender ist jedoch die große Glasfläche an der Längsseite der Garage.

Sie ist nicht rechteckig.

Ein weit geschwungener Bogen öffnet den Raum zum Garten.

Diese Form entstand im gemeinsamen Brainstorming von Stefan, seiner Frau und dem Architekten, Philipp Grath aus Ravensburg. Dutzende Entwürfe wurden erstellt und wieder verworfen.

Die Inspiration:

die Silhouette eines Porsche 911

Dabei wurde die Form nicht plakativ kopiert.

Sie wurde abstrahiert.

Wer den Zusammenhang kennt, erkennt ihn.

Wer ihn nicht kennt, sieht zunächst eine ungewöhnlich elegante Glasarchitektur.

Genau dadurch funktioniert sie.

Die Garage als Teil des Hauses

Noch bedeutender als die Form des Fensters ist jedoch seine Funktion.

Durch die große Verglasung bleiben die Fahrzeuge vom Garten und vom Wohnbereich aus sichtbar.

Damit wird die klassische Trennung zwischen Wohnhaus und Garage aufgehoben.

Normalerweise verschwindet ein Automobil hinter einem geschlossenen Garagentor, sobald es abgestellt wird.

Hier bleibt es Teil des Blickfeldes.

Und damit Teil des täglichen Lebens.

Gerade das macht den Raum so besonders.

Er ist kein klassischer Showroom.

Er ist auch kein Museum.

Und obwohl hochwertige Automobile darin stehen, wirkt er nicht wie eine Schatzkammer.

Die Fahrzeuge werden nicht demonstrativ inszeniert.

Sie sind schlicht da.

Die großflächige Verglasung bringt Tageslicht in den Raum. Der rohe Beton hält die Architektur bewusst technisch. Die linearen Leuchten zeichnen lange Reflexionen auf die Karosserien und betonen deren Formen.

Im hinteren Bereich steht eine Hebebühne.

Ein wichtiges Detail.

Denn sie erinnert daran, dass an diesem Ort nicht nur betrachtet wird.

Hier wird weiterhin gearbeitet.


Sieben Automobile – sieben Charaktere

Die Qualität der Sammlung liegt weniger in einer formalen Geschlossenheit als in der Unterschiedlichkeit ihrer Fahrzeuge.

Porsche 718 Cayman GT4 RS

Der GT4 RS bildet den modernen technischen Extrempunkt der Sammlung.

Mittelmotor, hochdrehender Saugmotor und konsequente Fahrdynamik unterscheiden ihn deutlich von den klassischen Fahrzeugen.

Und doch passt er gerade deshalb gut hierher.

Denn er wird tatsächlich genutzt.

Pässe und Rundstrecke gehören zu seinem Leben.

Er steht nicht für Vergangenheit, sondern für die Fortsetzung automobilen Erlebens in der Gegenwart.

Jaguar E-Type V12 Roadster

Der E-Type ist der große britische Solitär der Sammlung.

Wichtiger als seine Stellung als Designikone ist jedoch seine persönliche Bedeutung.

Er gehörte zu den frühen Klassikern und wurde von Stefan selbst restauriert.

Damit steht er für den Beginn einer tieferen Beschäftigung mit historischen Fahrzeugen.

Porsche 356 A Cabriolet 1600

Der silberne 356 A dürfte eines der persönlichsten Fahrzeuge der Garage sein.

Rund drei Jahre Restaurierungsarbeit und etwa 1.000 Arbeitsstunden verbinden den Besitzer mit ihm.

Es handelt sich nicht einfach um ein erworbenes Sammlungsstück.

Es ist ein selbst erarbeitetes Automobil.

Porsche 911 S

Der blutorangefarbene 911 S kam über eine spontane Begegnung in Italien in die Sammlung.

Er zeigt exemplarisch, dass Persönlichkeit häufig gerade dort entsteht, wo Sammlungen nicht streng geplant werden.

Nicht gesucht.

Gefunden.

Porsche 911 R

Der silberne 911 R verkörpert eine moderne Form des Porsche-Purismus.

Leistungsfähigkeit, Reduktion und Fahrerorientierung verbinden sich hier auf besondere Weise.

Für Stefan bildet er fahrerisch einen bemerkenswerten Gegenpol zum deutlich extrovertierteren GT4 RS.

Volkswagen Käfer Cabriolet

Das Käfer Cabriolet gehört vielleicht zu den unscheinbareren Fahrzeugen der Garage.

Aber nur auf den ersten Blick.

Fast drei Jahrzehnte Standzeit und die anschließende behutsame Wiederinbetriebnahme machen seine Geschichte außergewöhnlich.

Es ist ein gutes Beispiel dafür, dass automobilhistorischer Reiz nicht allein durch Seltenheit oder Marktwert entsteht.

Porsche 356 Speedster

Der Speedster schließlich schließt einen Kreis.

Ein solches Fahrzeug stand bereits früh auf der Wunschliste.

Jahrzehnte später ist es nun tatsächlich Teil der Sammlung.

Gleichzeitig beginnt mit ihm ein neues Kapitel.

Nicht nur Fahren und Restaurieren stehen im Mittelpunkt, sondern zunehmend auch die genaue Rekonstruktion der eigenen Fahrzeuggeschichte.

Sammeln bedeutet hier nicht Vollständigkeit

Nach unserem Gespräch bleibt deshalb vor allem ein Eindruck.

Diese Sammlung folgt keinem Anspruch auf Vollständigkeit.

Und genau darin liegt ihre Qualität.

Es gibt keine Bemühung, jede Modellreihe lückenlos abzubilden.

Kein Zwang zu identischen Farben.

Keine chronologische Vollständigkeit.

Keine künstliche kuratorische Ordnung.

Stattdessen stehen hier Fahrzeuge, zu denen Geschichten gehören.

Ein Jaguar, an dem selbst gearbeitet wurde.

Ein 356, der rund tausend Stunden Restaurierungsarbeit erforderte.

Ein Porsche, der hinter einer geöffneten Hallentür in Italien entdeckt wurde.

Ein Käfer, der fast drei Jahrzehnte auf seine Wiederentdeckung wartete.

Ein GT4 RS, der gefahren wird.

Ein 911 R, der zeigt, wie unterschiedlich moderne Porsche sein können.

Und schließlich ein Speedster, mit dem sich nach vielen Jahren ein Kreis schließt.



 


Die Garage erzählt dieselbe Geschichte wie die Autos

Vielleicht ist gerade deshalb die Architektur so gelungen.

Sie folgt demselben Prinzip wie die Sammlung.

Sie zitiert, ohne zu imitieren.

Die Klinkerwand erinnert an Porsche Werk 1.

Die Glasfassade nimmt abstrakt die Silhouette eines 911 auf.

Die Hebebühne verweist auf den technischen Ursprung der Leidenschaft.

Und die große Öffnung zum Haus und Garten sorgt dafür, dass die Fahrzeuge nicht von ihrem Besitzer getrennt werden.

Sie bleiben sichtbar.

Sie bleiben erreichbar.

Sie bleiben Teil des Lebens.

Damit ist diese Garage mehr als der Ort, an dem eine Sammlung untergebracht wird.

Sie ist selbst zum jüngsten Bestandteil dieser Sammlung geworden.

Valore Classico Consulting, ein Besuch über den eigentlichen Auftrag hinaus

Ausgangspunkt unseres Besuchs war die Begutachtung und historische Einordnung des Porsche 356 Speedster.

Gerade bei einem Fahrzeug dieser Klasse zeigt sich, wie weit eine qualifizierte Betrachtung über eine reine Zustandsbewertung hinausgehen kann.

Provenienz, Identität, historische Konfiguration, Restaurierungsgeschichte und Originalsubstanz ergeben gemeinsam erst das vollständige Bild eines historischen Fahrzeugs.

Das Gespräch mit dem Besitzer führte jedoch schnell darüber hinaus.

Von seiner Ausbildung bei Porsche über eigene Restaurierungsprojekte bis zur Entstehung seiner heutigen Garage entstand ein Einblick in eine Sammlung, die nicht durch einen Masterplan, sondern über Jahrzehnte gewachsen ist.

Und vielleicht ist genau das ihre stärkste Eigenschaft.

Denn manchmal erzählt nicht nur ein Automobil seine Geschichte.

Manchmal tut es der ganze Raum.

Diese Garage wurde nicht gebaut, um Automobile wegzustellen.

Sie wurde gebaut, um mit ihnen zu leben.

Ich möchte Stefan für einen wunderbaren Samstag im Spätsommer und den Einblick in dieses besondere automobile Refugium herzlich danken.